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Die Geschichte des Svalbard Global Seed Vault

Die Idee eines internationalen Lagers für die Speicherung und Sicherung von Samen und Saatgut, wurde bereits in den 80er Jahren diskutiert und nahm 1984 mit der Eröffnung der Nordic Gene Bank (jetzt NordGen) erste Formen an. Im Jahre 2001 wurde schließlich der Internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGRFA) von vielen Regierungen dieser Welt unterzeichnet, welcher die Basis eines multilateralen Systems für pflanzengenetische Ressourcen und deren internationaler Zugang wurde. Die Idee das Svalbard Global Seed Vault im arktischen Spitzbergen, einer Inselgruppe in Norwegen zu errichten, kam durch die norwegische Regierung zustande. Die Eröffnung des in jeder Hinsicht ungewöhnlichen wie wertvollen Lagers für Saatgut fand schließlich im Februar 2008 statt. Im Rahmen der Eröffnungsfeier wurden bereits mehr als 320.000 Samen in der Samenbank der Arktis deponiert.

Ein ultimatives Lager in der Arktis

Das internationale Lager für Saatgut wurde mitten in einem Berg eingehauen, 130 Meter über dem Meeresspiegel in der Nähe des norwegischen Flughafens Longyearbyen.

 

Das Eingangstor ist eine schlichte wie eindrucksvolle Betonkonstruktion, die zusätzlich mit einer beleuchteten Glasfaserkunstinstallation des norwegischen Künstlers Dyveke Sanne verziert wurde und mittlerweile weltweit Berühmtheit erreicht hat. Die Insel auf Spitzbergen mit dem Svalbard Global Seed Vault zieht jedes Jahr viele Besucher an, die um ein Selfie am Eingang der Samenbank natürlich nicht herumkommen.

 

Das eigentliche Lager befindet sich mehr als 100 Meter im Inneren des Berges und unter Gesteinsschichten von 40 bis 60 Metern Dicke. Der durch Permafrost geschützte Berg bietet eine stabile Temperatur zwischen minus 3 und 4 ° C, was die Aufbewahrung und Sicherung des genetischen Materials einfacher macht.

 

Das Lager verfügt zusätzlich über ein beeindruckendes Kühlsystem, das gewährleistet, dass die Temperatur des Saatgutlagers konstant bei Minus 18 ° C gehalten wird. Der Strom für das System stammt vom Kraftwerk in Longyearbyen. Im Falle eines Notfalles, verfügt das Svalbard Global Seed Vault zusätzlich über separate Generatoren, die im Bedarfsfall Strom liefern.

 

Das Saatgut-Lager besteht aus drei Hallen mit einer Grundfläche von jeweils 9,5 x 27 Metern. Jede Halle kann etwa 1,5 Millionen Samenproben aufnehmen, wodurch die Samenbank eine Gesamtkapazität von 4,5 Millionen Saatgutzugängen bietet. Bis heute liegen die Bestände im Saatgut-Depot bei fast 900.000 Proben. Im Moment ist nur eine der drei Hallen in Betrieb und auf minus 18 ° C gekühlt. Sobald das Lager an seine Kapazitätsgrenzen kommt, wird die zweite der drei Lagerhallen vorbereitet und runtergekühlt.

Sinn und Zweck des Svalbard Lagers in Longyearbyen

Das Svalbard Global Seed Vault bietet einen global sicheren Ort in der Arktis für Saatgutproben aus unterschiedlichen genetischen Ressourcen, welche für die zukünftige Ernährungssicherheit und für eine nachhaltige Landwirtschaft von Bedeutung sein könnten. Die Samenbank stellt für nationale und internationale Genbanken, Forschungsinstitute und NGOs ausreichend Lagerplatz zur Verfügung, so dass auch Duplikate gelagert werden können.

 

Pflanzengenetische Ressourcen sind das Fundament, aus denen Wissenschaftler und Pflanzenzüchter neue oder verbesserte Pflanzensorten entwickeln können, welche die Landwirtschaft sowie die Lebensmittelproduktion der Zukunft unterstützen kann. Modifizierte und den jeweiligen Umweltbedingungen angepasste Pflanzensorten zu entwickeln ist nötig, um eine bessere Lebensmittelversorgung aufzubauen, Pflanzen gegen neue Schädlinge und Pflanzenkrankheiten resistent zu machen und sich an veränderte Klimazonen, Klimawandel und Wachstumsbedingungen anpassen zu können. Auch werden im Falle einer globalen Katastrophe oder einer schwerwiegenden Seuche die Gene von Pflanzen nahe am Nordpol, an einem durch Permafrost geschützten Ort, sicher gehalten.

Die gößte Samenbank der Welt als wichtiges Backup

Das Svalbard Global Seed Vault bietet durch seine Lage ein einzigartiges wie sicheres Backup für den Fall der Fälle. Die Inselgruppe Spitzbergen liegt nur rund 1000 km vom Norpol entfernt. Gleichzeitig ist die Inselgruppe eines der besten Gebiete auf der Welt, um Eisbären zu begegnen. Die hier errichtete Samenbank ist zwar global gesehen die größte seiner Art, aber nicht die einzige. Weltweit wurden in den letzten Jahrzehnten schon über 7 Millionen Samenproben in Genbanken konserviert. 25 bis 30 Prozent dieser Samen sind einzigartig.

 

Ein Backup des Saatguts zu haben ist wichtig, weil jedes Saatgut möglicherweise über eine Eigenschaft verfügt, die ein Pflanzenzüchter benötigen könnte, um den Ertrag, die Widerstandsfähigkeit oder die Krankheitsresistenz von landwirtschaftlich angepflanzten Sorten zu verbessern. Die Genbanken unserer Welt sind eine wichtige Widerstandslinie, um mögliche Probleme der Landwirtschaft im Falle von Naturkatastrophen oder von Menschen verursachter Katastrophen, Unruhen oder anderweitiger Schwierigkeiten zu begegnen.

Besuch der Seed Bank und Pflanzen-Arche-Noah in Verbindung mit einer Reise nach Spitzbergen

Der arktische und damit hoffentlich vor dem Klimawandel geschützte Saatguttresor auf der Insel in Spitzbergen selbst lässt sich aufgrund der hohen Sicherheitsbestimmungen für Touristen und Reisende nicht öffentlich begehen. Es kann lediglich der Eingangsbereich besucht werden und dort auch ein beneidenswertes Erinnerungsfoto geschossen werden. Nichtsdestotrotz ist die Insel am Nordpol auch ohne weiteres Interesse an Samen und Nutzpflanzen einen Besuch wert. Die einfachste Möglichkeit ist es, per Linienflug zum Flughafen Longyearbyen anzureisen. Ein Hotel findet sich dort ebenfalls und sogar deutlich mehr als eines. Eine teurere und längere Anreise nach Spitzbergen, die jedoch mit fantastischen Ausblicken belohnt wird, funktioniert über eine Kreuzfahrt, die durch Norwegen führt. Allerdings ist dies nur in den Sommermonaten möglich, da hier die Fjorde in Norwegen in der Regel weitgehend eisfrei sind.

 

Eine Reise per Kreuzfahrtschiff nach Spitzbergen führt in der Regel immer zuerst nach Longyearbyen. Besucher sollten beachten, dass sie eine Genehmigung benötigen, wenn sie zu Land außerhalb dieses Gebietes reisen wollen. Hintergrund ist die Gefahr und gleichzeitiger Schutz von Eisbären. Für Expeditionen sind entsprechend ebenso Genehmigungen vorzuweisen.

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